Huawei-Finanzchefin auf Ersuchen der USA in Kanada verhaftet


 
 
 

Die Finanzchefin des chinesischen Telekom-Giganten Huawei wurde in Kanada verhaftet. Sie soll Iran-Sanktionen der USA verletzt haben.

San FranciscoDie Finanzchefin des chinesischen Technologiekonzerns Huawei, Meng Wanzhou, ist in Kanada verhaftet worden. Das bestätigte das kanadische Justizministerium am späten Mittwoch. Wie mehrere kanadische und US-Medien gleichlautend berichten, wurde sie bereits am ersten Dezember verhaftet. Nach Informationen der lokalen Nachrichtenseite „Richmond News“ unter Berufung auf das kanadische Justizministerium erfolgte die Inhaftierung auf Anfrage der USA im oder am Flughafen von Vancouver.

Dabei soll es um die Anschuldigung gehen, Huawei habe die von den USA gegen den Iran verhängten Sanktionen über Technologieexporte verletzt, berichtet die kanadische „Globe and Mail“. Wanzhou solle an die USA ausgeliefert werden, eine erste Anhörung vor Gericht über eine Freilassung auf Kaution bis zu einer Entscheidung darüber werde am Freitag erfolgen, so das Justizministerium. Die chinesische Botschaft in Ottawa sprach von einer Verletzung der Menschenrechte und verlangte die sofortige Freilassung der Managerin.

Die Untersuchungen der angeblichen Iran-Geschäfte, über die das „Wall Street Journal“ zuerst berichtet hatte, sollen seit 2016 laufen, wurden vom US-Justizministerium aber nie bestätigt oder dementiert

Meng Wanzhou ist eine Tochter aus erster Ehe des Firmengründers Ren Zhenfei. Die 46-Jährige ist stellvertretende Aufsichtsratschefin und seit 2011 Finanzvorstand. Huawei wurde in 1987 gegründet und ist in enormem Tempo zum derzeit zweitgrößten Hersteller von Telekommunikations-Ausrüstung aufgestiegen.