Handelsdefizit der USA trotz Importzöllen gewachsen

Produktion in China

 
 
 

Auch im Juli importierten die Vereinigten Staaten mehr Waren aus China als sie dorthin exportierten. Deutschland erzielte im Handel mit den USA einen hohen Überschuss.

Trotz der Importzölle auf Waren aus China ist das Handelsdefizit der USA im Juli erneut gestiegen. Das teilte das US-Handelsministerium mit. Demnach übertrafen die Importe aus der Volksrepublik die Exporte dorthin um 32,8 Milliarden US-Dollar. Das Defizit stieg damit um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Das Defizit im Handel mit der Europäischen Union erreichte mit 20,1 Milliarden US-Dollar sogar ein Rekordhoch. Ein Grund dafür ist, dass Deutschland im Handel mit Waren und Dienstleistungen mit den Vereinigten Staaten einen so großen Überschuss erzielte wie seit fast vier Jahren nicht mehr.

US-Präsident Donald Trump will das Handelsdefizit ausgleichen. Es ist der Hauptgrund für den Handelsstreit mit China. Trump argumentiert dabei, die USA würden von China ausgenutzt, weil die Volksrepublik die Vereinigten Staaten mit Billigwaren überschwemmten.

USA konnten Exporte leicht steigern

Erst am Sonntag hatten die USA weitere Zölle auf chinesische Importe im Wert von 125 Milliarden Dollar eingeführt. Die neuen Abgaben von 15 Prozent treffen vor allem in der Volksrepublik produzierte Konsumartikel wie Lautsprecher, Kopfhörer und Schuhe. Im Gegenzug erhob China weitere Zölle von fünf beziehungsweise zehn Prozent auf mehr als 1.700 US-Produkte. Außerdem legte die Volksrepublik Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) ein.

Das gesamte Defizit der USA im Handel mit dem Rest der Welt schrumpfte im Juli um 2,7 Prozent leicht auf 54 Milliarden US-Dollar. Zugleich steigerten die Vereinigten Staaten ihre Exporte um 0,6 Prozent auf 204,4 Milliarden US-Dollar.