So lief Greta Thunbergs Klima-Kampf in den USA

Thunberg reiste wochenlang durch die USA, um für eine Wende in der Klimapolitik zu werben.

 
 
 

Sie radelt mit Arnold Schwarzenegger und begeistert Leonardo DiCaprio. Doch US-Präsident Donald Trump hat nur Spott für die Klimaaktivistin Greta Thunberg übrig. Was hat ihre Reise in die USA und Kanada gebracht, und was hat sie dort alles gemacht?

Im August segelte Greta Thunberg unter großem Medienrummel von Großbritannien in die USA. Um auf die Emissionen einer Flugreise zu verzichten, nahm sie fast zwei Wochen lange Strapazen auf dem Atlantik auf sich. In New York und in den USA wollte die Schwedin nicht nur auf einem Klimagipfel sprechen, sondern auch mit Aktivisten jenseits des Atlantiks in Kontakt kommen, Überzeugungsarbeit leisten. Und wohl auch Donald Trump ein wenig ärgern.

Thunberg absolvierte viele Termine in den USA, um für ihre Klimamission zu werben. Dabei bekam sie auch Unterstützung von Hollywoodstars. Arnold Schwarzenegger setzt sich seit mehreren Jahren für eine progressive Umweltpolitik ein und hat Thunbergs Anliegen in diesem Jahr gleich mehrfach unterstützt. Zum einen stellte er ihr ein emissionsfreies Elektroauto für die Reisen in den USA und Kanada zur Verfügung, zum anderen unterstrich er seine Hilfe mit einem gemeinsamen Treffen in Kalifornien.

Schwarzenegger postete Bilder von einer gemeinsamen Radtour durch Santa Monica – natürlich nicht ohne die eindringliche Botschaft, dass die Welt von einer Klimakatastrophe bedroht ist und sofort gehandelt werden müsse. Thunberg und er hatten sich bereits im Mai 2019 bei einer von Schwarzenegger veranstalteten Konferenz in Wien kennengelernt. Schwarzenegger ist nicht der einzige Hollywoodstar, den Thunberg überzeugt: Auch Schauspieler Leonardo DiCaprio traf sich mit der 16-Jährigen, um für mehr Klimaschutz zu werben und die US-Amerikaner für das Thema zu sensibilisieren.

Die Bilder der Schwedin mit den Hollywood-Größen gehen um die Welt. Doch viel zentraler ist wohl die Frage, wie Thunberg bei den Jugendlichen und Politikern in den USA ankommt.

Die Klimaaktivistin versuchte wie bei Fridays for Future in Europa auch in den USA eine Bewegung in Gang zu setzen. Doch die ersten Bilder von ihr bei einer Demonstration in New York zeigten eine erschöpft wirkende Thunberg inmitten einer überschaubaren Gruppe von Klima-Demonstranten. Die Proteste erreichten bei Weitem nicht die Ausmaße, die sie aus Europa gewohnt war. Doch genau deswegen wollte sie wohl auch in die USA reisen. Während sie durch das Land tourte, zog Trump weiter die Aufkündigung der Pariser Klimaziele durch.

Greta Thunberg wollte nicht mit dem US-Präsidenten sprechen – und er auch nicht mit ihr. So lief Trump im September bei der UN an ihr vorbei, ohne Thunberg eines Blickes zu würdigen. Stattdessen setzte er später einen sarkastischen Tweet ab, dass sie „wie ein sehr glückliches Mädchen wirke“. Thunberg nahm das ganz gelassen und setzte ihre Aktionen einfach weiter fort. Auf Trump baute sie bei ihrer Klimamission ganz und gar nicht. Schon vor der Reise machte sie sich keine Illusionen, denn Trump interessiere sich ja sowieso nicht für die wissenschaftlichen Fakten der Klimaforscher, sagte sie.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama reagierte gegensätzlich zu Trump: Er lobte Thunberg in den höchsten Tönen und sagte ihr seine Unterstützung zu. Auch in diesem Fall durfte das obligatorische Social-Media-Posting auf Twitter nicht fehlen. Obama bezeichnete Thunberg als „eine der größten Verteidigerinnen unseres Planeten“. Mehr Anerkennung konnte sie auf politischer Ebene wohl kaum bekommen.

Wenige Tage vor ihrer Abreise hielt sie in Charlotte, North Carolina, eine Rede und forderte Jugendliche und Erwachsene – auch gegen die derzeitigen Widerstände – weiter zum Handeln auf: „Auch wenn die erforderliche Politik heute noch nicht existiert, müssen wir unsere Stimmen erheben und nutzen, um sicherzustellen, dass sich die Menschen an der Macht auf die richtigen Dinge konzentrieren“, erklärte Thunberg. „Dies ist eine Demokratie und in einer Demokratie sind es die Menschen, die das Land leiten. Wenn genug Menschen entscheiden, dass sie genug haben, könnte das alles ändern. Unterschätzt diese Macht nicht!“, appellierte sie und meinte das auch als starkes Signal gegen Trump. „Als er gewählt wurde, habe ich mir gesagt, dass die Menschen jetzt aufwachen werden, dass die Menschen aufwachen müssen“, sagte Thunberg weiter. „Er hat also womöglich geholfen.“

Trotz aller Bemühungen und der riesigen Aufmerksamkeit ist Thunberg auch froh, wenn es bald wieder in Richtung Heimat gehen kann. Dem britischen „Guardian“ erzählte sie, dass sie Heimweh habe und von den vielen Reisen müde sei. Sie vermisse ihre Familie, ihre Schule und ihre Hunde.