Kanadas Getreide mit Qualitätsproblemen

Die diesjährige kanadische Getreideernte hat unter schlechten Witterungsbedingungen von der Bestellung bis zur Ernte gelitten.

 
 
 

Sehr ungünstige Vegetationsbedingungen haben nicht nur die Erntefläche Kanadas reduziert, auch Ertrag und Qualität haben darunter spürbar gelitten.

Die Ernteprognose für das Wirtschaftsjahr 2019/20 für Kanada wird aufgrund der ungünstigen Vegetationsbedingungen im Herbst erneut gekürzt. Zu viel Regen und zuletzt Schnee haben die Ernte maßgeblich verzögert und zu erheblichen Qualitätseinbußen geführt, insbesondere bei Weizen. Daher wurden nach Angaben des US-Agrarattaché in Ottawa nur 96 Prozent der Anbaufläche tatsächlich geerntet.

Vor allem die Sommerweizenflächen in Alberta und Saskatchewan haben gelitten, in Manitoba konnte der Großteil der Flächen vor dem schlechten Wetter geräumt werden. Die aktuelle Schätzung der Weizenernte in Kanada liegt bei 32 Millionen Tonnen und damit drei Prozent unter den Zahlen, die Washington veröffentlichte. Das sind auch 0,5 Millionen Tonnen weniger als das kanadische Landwirtschaftsministerium (AAFC) bislang prognostiziert hat.

Das Ergebnis bliebe damit auf der Vorjahreslinie. Davon wird ein größerer Teil als üblich keine Backqualität erreichen, so dass der Anteil, der in die Verfütterung geht, steigt. Die Schätzung liegt bei fünf Millionen Tonnen und damit deutlich über den sonst üblichen 3,4 Millionen Tonnen. Das schmälert zudem das Exportpotenzial, das vom Agrar-Auslandsdienst des US-Landwirtschaftsministeriums (FAS) aktuell bei 22,2 Millionen Tonnen und so 2,2 Millionen Tonnen unter der Vorjahreslinie gesehen wird. Das könnte dazu führen, dass am Ende des Wirtschaftsjahres – trotz unverändertem Erntevolumen – mehr übrigbleibt als im Wirtschaftsjahr 2018/19. Erste offizielle Zahlen aus Kanada sind erst für Mitte Dezember angekündigt worden.