Unbekannte Stadt der Maya in Mexiko entdeckt

Mexiko: 15-Jähriger entdeckt Maya-Stadt

 
 
 

2014 erzählte ein Straßenhändler einem Studenten von einem merkwürdigen Stein, der auf einer Viehweide ans Licht gekommen sei. Der Fund entpuppte sich als eine Tafel voller Maya-Hieroglyphen. Einige davon verwiesen auf einen Namen: Sak Tzi (Weißer Hund). Diese Maya-Stadt konnte bislang nicht eindeutig lokalisiert werden konnte. Erst 2018 begannen Archäologen der Brandeis University in Massachusetts damit, die Weide von Lacanjá Tzeltal zu untersuchen. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor. Sak Tzi war über Jahrhunderte hinweg der Sitz einer Dynastie, die eine gewichtige Rolle in den Machtkämpfen der Maya gespielt hat.

Die Archäologen fanden die Ruinen von mehr als 100 Bauwerke, die allesamt das typische Muster einer Maya-Stadt aufweisen. Um einen zentralen Platz gruppierten sich mehrere Kultorte, ein Ballspielplatz, öffentliche Bauten und Wohnhäuser der Eliten. Auch die Spuren einer Prachttreppe, die auf eine Tempelpyramide führte, wurden entdeckt. Von dort aus pflegten die Herrscher die Kommunikation mit ihren Untertanen.

Dass Sak Tzi auch mit begrenzten Ressourcen in den Machtkämpfen der Maya mithalten konnte, wussten die Forscher aus den Inschriften, in denen die Stadt von Rivalen erwähnt wird. So bezeugen Nachrichten aus Piedras Negras, Bonampak oder Yaxchilán, dass die Fürsten und/oder Adligen von Sak Tzi entweder als Gegner oder Partner an Konflikten beteiligt waren. Bonampak etwa liegt rund 100 Kilometer südöstlich des Ausgrabungsgeländes, eine stolze Entfernung in einer Welt ohne Zug- und Lasttiere.