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Neue Trends und Essen als Job: New Yorker Restaurantkritiker erzählen PDF Print E-mail
Written by s.mandel   
Wednesday, 15 November 2017 08:48

15. November 2017

altUSA / New York - Eine Portion Tintenfisch hat Alan Sytsma am Vorabend gegessen, seine Frau nahm Pasta mit Fleisch und Brokkoliblättern. Adam Platt hingegen war in einem kleinen chinesischen Restaurant im New Yorker East Village. «Ich hatte so ziemlich alles, was auf der Karte steht. Vier verschiedene Arten von Nudeln, die waren ziemlich wässrig, aber für Nudeln aus dieser Region von China wohl ganz OK. Irgendwie fehlte ihnen der Kick. Dann hatte ich noch ein Glas milchigen Reiswein und das beste, was ich hatte, war eine Art Rindfleisch-Tartar. Und das allerbeste war der Frühlingszwiebel-Pfannkuchen - knusprig, salzig, wirklich gut.»

Sytsma und Platt erinnern sich immer ganz genau an das, was sie am Vorabend gegessen haben, denn das ist ihr Job. Die beiden sind Restaurantkritiker beim renommierten «New York Magazine» - Platt für das Heft und der deutlich jüngere Sytsma für die Webseite - und essen sich Tag für Tag durch die berühmte Food-Szene der Millionenmetropole.

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Speckpreis-Inflation in USA: Die unangenehmen Folgen des Bacon-Booms PDF Print E-mail
Written by s.mandel   
Sunday, 12 November 2017 09:34

12. November 2017

altUSA / New York - In Amerika müssen Bacon-Liebhaber derzeit tiefer in die Tasche greifen - Schweinespeck kostet so viel wie nie zuvor. Wer es gewohnt ist, sich morgens ein paar Streifen zum Spiegelei in die Pfanne zu hauen, kann im Supermarkt eine teure Überraschung erleben. Die Bacon-Preise sind in den USA schon seit Anfang des Jahres ein heißes Thema. Die knusprigen Fettschwarten - früher eher profanes und günstiges Frühstücksbeiwerk - haben Einzug in die Hipster- und Gourmet-Küchen erhalten. Wird dadurch der Bacon rar?

US-Medien stellten die Nation bereits vor Monaten auf den Notstand ein: Vom «drohenden Desaster einer Bacon-Knappheit» kündete das Wirtschaftsblatt «Forbes» Anfang Februar. Und der News-Sender NBC titelte: «Nun wird es ernst: 2017 könnte es zum Bacon-Mangel kommen». Hintergrund war eine Warnung des Branchenverbands Ohio Pork Council: Die Reserven an gefrorenem Schweinebauch - aus dem Bacon gemacht wird - hätten im Dezember den tiefsten Stand seit 60 Jahren erreicht.

Last Updated on Sunday, 12 November 2017 09:38
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«Snowbirds» landen im Schutt - Floridas Kampf gegen die Sturmfolgen PDF Print E-mail
Written by s.mandel   
Thursday, 09 November 2017 08:43

09. November 2017

altUSA / Florida - Key West - Ein Bulldozer macht sich an dem riesigen Schutthaufen zu schaffen. Autoteile, Boote und jede Menge Kühlschränke - alles liegt meterhoch aufgetürmt entlang der Straße, die eigentlich zu den Traumrouten dieser Welt gehört. Floridas Highway No. 1 führt vom Festland auf 125 spektakulären Meilen (etwa 200 Kilometer) über die Inselkette der Keys bis nach Key West - dem südlichsten Punkt des US-Staates, nur 145 Kilometer von Kuba entfernt. Die Inselkette wurde wie der gesamte Süden Floridas am 10. September von Hurrikan «Irma» getroffen und schwer verwüstet.

Acht Wochen später sind die Schäden längst nicht beseitigt - und die Hauptsaison für die Touristen in dem Sonnenschein-Staat steht bevor. Über die Wintermonate ist das milde Klima Floridas bei Urlaubern aus aller Welt besonders beliebt, nicht zuletzt bei denen aus Deutschland. «Snowbirds» werden die Winterflüchtlinge liebevoll genannt. Mit Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen reisen jährlich mehrere Hunderttausend Deutsche an die Südspitze der USA, um schneeweiße Strände, unberührte Wildnis und in Orlandos Disney World das Gegenteil davon zu genießen.

Allein auf den Keys bringen Touristen jedes Jahr 2,7 Milliarden Dollar an Einnahmen, die Branche stellt nach einer offiziellen Statistik der Bezirksregierung 54 Prozent der Arbeitsplätze. Über eine Million Menschen in Florida arbeiten im oder für den Tourismus.

Last Updated on Thursday, 09 November 2017 08:54
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Eine Katastrophe in drei Akten - wie Heroin die USA überschwemmt PDF Print E-mail
Written by s.mandel   
Wednesday, 01 November 2017 08:34

01. November 2017

altUSA / Ohio – Ashtabula. Der Dealer fährt einen Mietwagen, er hat ihn sofort erkannt. «Von früheren Festnahmen», sagt William Felt, während er seinen Wagen langsam über die holprige Straße steuert. Draußen dämmert es, die Luft ist noch warm, es war ein ungewöhnlich heißer Tag in Ashtabula im Nordosten Ohios für Oktober. Der Polizist fährt vorbei an eingezäunten Wohnanlagen und verrosteten Spielgeräten. Er passiert ein Pflegeheim, das leer steht, seit darin ein Methlabor in die Luft flog und das Haus in Brand setzte. «Methamphetamin war ein großes Problem hier», sagt er. «Aber innerhalb von sechs Monaten hatte jeder in der Drogen-Community nur noch Heroin. Das war so etwa Ende 2015. Jeder hatte Heroin.»

Felt kämpft an vorderster Front gegen eine der schlimmsten Opioidepidemien, die die USA je gesehen haben. Opioide, dazu gehören Heroin, aber auch Schmerzmedikamente wie Oxycodon. Präsident Donald Trump verhängte wegen des dramatischen Ausmaßes am Donnerstag einen Gesundheitsnotstand, um den besonders schwer getroffenen Bundesstaaten zu helfen. Zusätzliche Gelder fließen damit aber nicht.

Felt gehört zu einer Sonderheit, die sich in Ashtabula County um Drogenkriminalität kümmert, einem Bezirk am Eriesee mit knapp 99.000 Menschen. Fast täglich haben der 46-Jährige und seine Kollegen es mit einer Heroinüberdosis zu tun. 270 waren es in diesem Jahr schon, 29 davon endeten tödlich. In anderen Gegenden sind es noch mehr. Jedes Mal, wenn wieder jemand irgendwo gefunden wurde, bekommt Felt eine Textnachricht auf sein Handy. Wenn Tote darunter sind, fährt er selbst raus.

Last Updated on Wednesday, 01 November 2017 08:39
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Fünf Jahre nach «Sandy»: Was hat New York aus dem Hurrikan gelernt? PDF Print E-mail
Written by s.mandel   
Sunday, 29 October 2017 09:08

29. Oktober 2017

altUSA / New York - Alles schien zusammenzukommen an jenem Montag im Oktober 2012. Ein Wintersturm aus dem Norden, eine Vollmond-Flut und Hurrikan «Sandy», der zuvor schon über der Karibik gewütet hatte, trafen sich an der US-Ostküste und stürzten die Millionenmetropole New York in eine Jahrhundert-Naturkatastrophe: Mehr als 40 Menschen sterben, dutzende werden verletzt, zwei Millionen sind tagelang ohne Strom, dazu werden Schäden in Milliardenhöhe angerichtet - von denen einige auch zum fünften Jahrestag am kommenden Sonntag (29. Oktober) immer noch sichtbar sind.

In höher und geschützter gelegenen Gebieten der Stadt wie der noblen Upper East Side lassen die Windböen bloß die Fensterscheiben wackeln und holen Äste aus den Bäumen, bevor die Menschen wenige Stunden später wieder ihre Hunde spazieren führen. Die Viertel nahe der rund 840 Küstenkilometer der Millionenmetropole aber werden teils schwer getroffen, manche Gebieten gelten seitdem als unbewohnbar, andere sind fünf Jahre später immer noch nicht wieder komplett aufgebaut.

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